Geistliches Wort - aus dem Gemeindebrief

Gemeindebrief März/April/Mai 2018

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Gemeindebriefes!

 

"Es ist vollbracht!" Im Johannes-Evangelium sind das die letzten Worte von Jesus Christus am Kreuz. Dann sinkt sein Kopf zur Seite, und er stirbt.
Diese Worte sind längst in unsere Alltagssprache eingewandert. "Es ist vollbracht", sagen wir, wenn wir etwas Schwieriges geschafft haben.
Aber Jesus meint noch mehr. Sein Weg ist es, uns zu zeigen, wie nah Gott uns ist. Und diesen Weg geht er bis in den Tod. So ist sein Weg am Kreuz vollendet.
Immer wieder fragen Menschen: Warum musste Gott ausge-rechnet diesen Weg gehen? Warum musste sein Sohn am Kreuz sterben? Auch wir mögen uns diese Frage immer wieder stellen, weil wir erschüttert sind, wenn wir an den Tod von Jesus denken.
Ich glaube: Gott musste diesen schweren Weg gehen, um uns zu zeigen, dass er wirklich jeden Weg mit uns geht. 
Wenn Jesus Christus "Es ist vollbracht" sagt, heißt das nicht nur: "Ich habe es geschafft". Dann heißt das: "Es ist alles gut."
Am Kreuz, am Ort äußerster Ver-zweiflung, leuchtet die Liebe Got-tes auf. Sie gilt jedem von uns. Sie lässt uns aufatmen: Wir müs-sen uns die Liebe Gottes nicht immer wieder neu erkämpfen. Sie wird uns geschenkt. Einfach so. Umsonst.
Wir müssen auch nicht an unserer Schuld verzweifeln. Wir können mit Gott neu anfangen.
"Es ist vollbracht". Worte, die von Vollendung erzählen und auch an uns gerichtet sind.
Wenn wir sagen: "Ich habe es geschafft", fällt uns gleich ein, was als nächstes zu tun ist. Fertig sind wir nie. Nur wir selbst sind manchmal fix und fertig und geschafft.

Die Worte von Jesus zeigen uns aber: Das Wesentliche ist schon vollbracht. Den Sinn meines Lebens muss ich nicht erst erarbei-ten. Er besteht einfach in der Liebe, die Gott uns schenkt. Ganz umsonst.

"Es ist vollbracht". Das sind Wor-te, die Jesus zu sich selbst sagt.
Er sagt sie aber auch zu uns, weil wir oft denken, wir müssten noch mehr machen, um vor uns selbst und anderen bestehen zu können.
Ich wünsche uns, dass wir den Frieden wahrnehmen können, der aus diesen Worten von Jesus Christus hervorgeht und dass wir diesen Frieden mitnehmen in die Passions- und Osterzeit und die Zeit danach.
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch eine gesegnete Zeit!

Ihr und euer Pastor Stefan Wolf

Foto: Marion Knoche (c) 2018
Foto: Marion Knoche (c) 2018