Geistliches Wort 04/17

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Gemeindebriefes,

eine Gruppe von Mädchen und Jungen unserer Hauptkonfirmanden hat am 19. August bei einem Fußball-Turnier in Timmel den 2. Platz belegt. Vor dem letzten Spiel war klar: Wir müssen gewinnen, um Erster zu werden. Am Ende spielten wir 1:1, blieben ungeschlagen, aber waren mit einem Tor weniger Zweiter. Wirklich enttäuscht war niemand, und wenn, dann auch nur kurz. Denn es war klar: Auch als Zweiter sind wir am 23. September beim Turnier um den Pokal der Landeskirche in Hannover dabei.

Es ist ein schönes Gefühl, wenn man gewinnt. Wenn man nur verliert und Letzter wird, ist das deprimierend. Erster sein oder zumindest ganz vorne dabei sein, das beflügelt. Letzter sein und hinten dran sein, das drückt nieder. Das ist nicht nur im Fußball so. In vielen Bereichen des Lebens geht es um den Erfolg.

Jesus hat mit einem Satz die Dinge auf den Kopf gestellt. Er sagt: "Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und es sind Erste, die werden die Letzten sein." Das ist der Bibelspruch für den Monat September aus dem Lukas-Evangelium (Lukas 13,30). Dieser Spruch ist zu einem geflügeltem Wort im Alltag geworden: Die Letzten werden die Ersten sein, sagen wir oft schmunzelnd, wenn jemand zu spät kommt.

Jesus spricht an dieser Stelle vom Reich Gottes. Er mahnt die Ersten, die von Anfang an zu seiner Gemeinschaft dazu gehören, sich nicht zu sicher zu sein und sich über andere zu erheben. Den Letzten, die erst spät dazu gekommen sind, macht er Mut: Auch ihr könnt dabei sein!

Für unsere Gemeinde bedeutet das: Wir sollten uns nicht so viele Gedanken machen, wer zum Reich Gottes dazu gehört und wer nicht. Die, die schon länger dabei sind, haben nicht mehr Rechte als die, die neu dazugekommen sind. Freuen wir uns über alle "Neuen" und achten vor allem auf uns selbst: Jesus wünscht sich, dass wir das Geschenk des Glaubens annehmen, uns davon erfüllen lassen und daraus auch leben. Der Glaube will gelebt werden! Von Dir und von mir.

Das Wort von Jesus lädt zur kritischen Selbstbetrachtung ein. Aber es ist für mich auch ein Wort, in dem wir die Gnade Gottes erkennen können: Wenn Du Letzter bist, wenn Du Dich abgehängt oder niedergeschlagen fühlst: Bei Gott bist Du nicht abgehängt, er reicht Dir seine Hand!

Ich wünsche uns, dass wir das in den herbstlichen Tagen,

die vor uns liegen, erfahren können.

Ihr und euer Pastor Stefan Wolf