Sommerkirche Hinrichsfehn Predigt von Manuela Stadtlander-Lüschen "Vom Beten"

Gedanken zum Beten

Prädikantin Frau Stadtlander-Lüschen hat in der Sommerkirche in Hinrichsfehn am 22. Juli 2018 eine Predigt über das Beten gehalten, die mich sehr angesprochen hat. Frau Stadtlander-Lüschen hat ihren Predigttext zur Verfügung gestellt, damit ich ihn hier veröffentlichen darf. Dafür herzlichen Dank!             M. Knoche

 

Manuela Stadtlander-Lüschen, Prädikantin
Versöhnungskirche Hinrichsfehn
22.07.2018 Sommerkirche
„Die 25te Stunde“
Predigttext Math. 6,5-8
5 Und wenn du betest, (sagt Jesus seinen Zuhörern) sollst du nicht sein wie
die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den
Ecken auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gesehen werden.
Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. 6 Wenn aber du betest,
so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater
im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's
vergelten öffentlich. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die
Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen.
Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichstellen.
Denn Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.
Herr, gib uns ein Herz für dein Wort und ein Wort für unser
Herz! Amen.


Als ich vor einigen Wochen die Anfrage bekam, ob ich im
Rahmen der Sommerkirche einmal predigen könnte, da habe ich
sehr gerne zugestimmt.
Das Wort Sommerkirche hat mich irgendwie positiv erreicht.
Sommerkirche
Sommerurlaub
Sommerabende
Sommerkleid
Sommerfest
Sommerzeit
Lauter Wörter, die ein gutes Gefühl auslösen.

Gekoppelt mit Bildern wie Sonnenbrille, Liegestuhl, ein Getränk
mit Eiswürfel und Strohhalm, ein Buch –
und dann die Assoziation mit Ruhe, Stressfreiheit, durchatmen
können, ausruhen, frei von Terminen, wach werden ohne
Wecker, die Seele baumeln lassen, ZEIT haben…
Und da war dann das Stichwort für heute Morgen in der
Sommerkirche: Muße haben, über unsere ZEIT nachzudenken.
Und dazu beginne ich mit einer Geschichte (von mir leicht
verändert, der Autor ist von mir nicht feststellbar):
Die 25. Stunde
Und so geschah eines Tages folgendes: Besorgt meldeten die
Engel Gott, dem Schöpfer, dass die Menschen fast gänzlich
aufgehört hätten zu beten. Daraufhin beschloss der himmlische
Rat, die Ursachen durch eine Schar von Engeln untersuchen zu
lassen (die Vorgehensweise ist uns hinlänglich bekannt… man
bildet einen Untersuchungsausschuss).
Diese Engel nun berichteten folgendes: Die Menschen wissen
um das Fehlen ihrer Gebete und beklagen es. Aber leider
hätten sie trotz ihres guten Willens einfach keine Zeit zum
Beten. Im Himmel war man verblüfft, aber auch erleichtert: Statt
des befürchteten Abfalls von Gott - handelte es sich also nur
um ein Zeitproblem!
Die himmlischen Räte überlegten hin und her, was zu tun sei.
Einige meinten, man solle durch entsprechende Maßnahmen
das hektische Leben abschaffen. Eine andere Gruppe schlug
sogar eine Bestrafung des Menschengeschlechtes vor: «Das
wird schon seine Wirkung tun», sagten sie und verwiesen auf
die Sintflut.
Den größten Beifall aber fand die Idee eines jungen Engels.
Er schlug vor, Gott solle den Tag verlängern! Zur Überraschung aller war Gott einverstanden.
Gott schuf eine 25. Tages-Stunde. Im Himmel herrschte Freude: «So ist Gott eben», sagte man, »Er hat Verständnis für seine Geschöpfe.»
Als man auf der Erde zu merken begann, dass der Tag eine Stunde länger dauerte, waren die Menschen erstaunt und, als sie den Grund erfuhren, von Dankbarkeit erfüllt. Erste Reaktionen waren vielversprechend: Es werde zwar einige Zeit dauern, so hörte man aus informierten Kreisen, bis die Anpassung vollzogen sei, aber dann werde sich alles einspielen. Nach einer Zeit vorsichtiger Zurückhaltung ließen die Bischöfe verlauten, die 25. Stunde werde als «Stunde Gottes» in das Leben der Menschen eingehen.
Im Himmel aber wich die anfängliche Freude bald der Ernüchterung. Wider alle Erwartung kamen im Himmel nicht mehr Gebete an als bisher, und so sandte man wiederum Boten zur Erde.
Diese berichteten: Die Geschäftsleute ließen sagen, die 25. Stunde - für die man sich durchaus zu Dank verpflichtet sehe - habe durch die Umstellung der Organisation Kosten verursacht. Durch erhöhten Einsatz müssten diese Kosten eingearbeitet werden. Man bitte um Verständnis für diese Sachzwänge.
Ein anderer Engel war bei der Gewerkschaft gewesen. Erstaunt, aber doch höflich wurde er dort angehört. Dann erklärte man ihm, die neue Stunde entspreche eigentlich einer längst überfälligen Forderung der Gewerkschaft. Im Interesse der steigenden Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen müsse sie für die Erholung freigehalten werden.
In Kreisen der Intellektuellen wurde über die neue Stunde viel diskutiert. In einer vielbeachteten Gesprächsrunde im Fernsehen (ich seh sie alle vor mir… die Anne Wills, die Maischbergers oder Padbergs… in ernster Runde am Tisch mit den Friedmännern, Schwarzers und Prechts… wie sie – wie immer und zu allem Stellung nehmen…). Also in diesen Kreisen wurde vor allem darauf hingewiesen, dass dem mündigen Bürger niemand vorschreiben könne, was er mit dieser Stunde zu tun habe.
Die Idee der Bischöfe, sie als «Stunde Gottes» im Bewusstsein der Menschen zu verankern, müsse als autoritäre Bevormundung zurückgewiesen werden. Im Übrigen sei die Untersuchung darüber, wie die neue Zeiteinheit – also diese 25. Stunde - entstanden sei, nicht abgeschlossen. Naiv-religiöse Deutungen aber könnten dem Menschen auf keinen Fall zugemutet werden.
Dem Engel aber, der zu den kirchlichen Kreisen gesandt worden war, wurde erklärt, dass man ohnehin bete. Der Eingriff des Himmels, so sagte man, dürfe auf jeden Fall nur als ein Angebot verstanden werden, als ein Baustein der persönlichen Gewissensentscheidung. Einige gingen noch weiter und sagten, aus der Sicht der kirchlichen Basis sei die ganze Angelegenheit kritisch zu bewerten. Die Zweckbindung der 25. Stunde zugunsten des Gebets sei eng und könne auf gar keinen Fall «von oben» verfügt werden, d.h. ohne entsprechende Meinungsbildung «von unten». Manche Pfarrer betonten, wie dankbar sie für die zusätzliche Zeit seien, deren sie dringend für ihre pastorale Arbeit bedürften.
Und so hatten eigentlich fast alle einen Grund, warum die dazu gewonnene Tages-stunde nicht dem Gebet gewidmet sein könne. Einige Engel aber berichteten von Menschen, die die geschenkte Zeit wie jede andere Stunde ihres Lebens aus den
Händen Gottes annahmen. Für ihre Aufgaben, für den Dienst an den Mitmenschen, für die Teilnahme am Gottesdienst und - für das Gebet, für das sie jetzt noch leichter Zeit fanden als bisher.
Noch etwas, worüber sich die Engel wunderten: Diejenigen, die die 25. Stunde tatsächlich mit Gott in Gemeinschaft traten, waren dieselben, die schon bisher genügend Zeit zum Beten gehabt hatten.
So erkannte der himmlische Rat:
Das Gebet ist keine Frage der Zeit, sondern eine Frage der Liebe.
Genügend Zeit allein bringt keinen Beter hervor. Diejenigen, die keine Zeit zum Beten finden, haben auch mit einem längeren Tag «keine Zeit» zum Beten gefunden.
Daraufhin wurde beschlossen, Gott zu bitten, die 25. Stunde wieder abzuschaffen und auch die Erinnerung daran aus den Köpfen der Menschen zu löschen. Und so geschah es.

Ihr Lieben,
Beten ist keine Frage der Zeit, sondern eine Frage der Liebe.
Martin Luther fällt mir ein - von ihm ist der Satz überliefert:
„Heute habe ich viel zu tun, deswegen muss ich viel beten“.
Luther wäre wohl einer der vielen Christen in der Geschichte Gottes mit seinen Menschen, der die 25te Stunde im Sinne des Erfinders genutzt hätte.
Aber mir fiel auch hautnah Erlebtes ein – von Betern, die mir zu Vorbildern geworden sind und die mich geprägt haben:
Zum Beispiel mein Erlebnis mit dem schon lange verstorbenen alten Herrn aus meiner Kirchengemeinde. Einer der vielen originellen Menschen in Jesu Fußstapfen, die mir auf meinem Lebensweg begegnet sind, der mich – obwohl wir uns damals kaum kannten – an einem Dienstag im Krankenhaus besuchte. Es war kein guter Morgen für mich gewesen - und dann saß er da - kurz vor 11 Uhr - mit Maiglöckchen und einem kleinen Themen-Leseheft mit Trostworten und Gedanken der Bibel. Erstaunt über seinen Besuch fragte ich ihn: „Wie kommt es, dass Sie mich besuchen?“ „Na“, antwortete er, „es ist Dienstag - und dienstags beten meine Frau und ich immer für die Kranken aus der Gemeinde und nennen sie Gott alle mit Namen. Und weil Beten ja auch Handeln heißt, besuche ich danach die Kranken, für die wir beten."
Damals, an meinem Bett im Krankenhaus, sah er mein Erstaunen und weil ich nicht gleich reagierte, hat er mir dann noch verraten, welche Themenbereiche er mit seiner Frau an den anderen Wochentagen mit Gott kommuniziere, mit Gott bespreche. Im Laufe der Woche waren dann einmal alle wichtigen Bereiche des Lebens dran wie Familie, Freunde, Menschen, die in Not geraten sind, die in Trennung oder Trauer leben, Kirchenprojekte, die Verantwortungsträger in der Politik usw., usw. Das Erlebnis hat mich tief beeindruckt. Bis heute wie man merkt - 40 Jahre danach! Er und seine Frau hätten die 25.Stunde – wie vom Himmel ausgedacht – zum Beten genutzt, mit Sicherheit.
Beten ist keine Frage der Zeit, sondern eine Frage der Liebe.
Also eine Frage der Beziehung zu Gott.
Was sagt eigentlich die Bibel dazu?
Was sagt Jesus selber dazu?
Für mich gibt es ein Schlüsselwort, das mich einmal sehr entlastet hat und mein Beten grundlegend veränderte.
Diese - für mich ausschlaggebende Aussage im Neuen Testament - ist bezeichnenderweise so kurz und prägnant, dass
sie zählerisch nicht einmal einen ganzen Vers in der Bibel umfasst.
Es ist ein Jesuswort und versteckt sich höchst unspektakulär in einem großen, uns sehr geläufigen Zusammenhang. Wir finden es in Matthäus 6 im Rahmen der Bergpredigt.
In der Bergpredigt geht es ums ‚Eingemachte‘. Jesus stellt alles auf den Prüfstein und gibt uns eine neue Dimension des Denkens vor, einen Perspektivwechsel, einen neuen Blick auf die Dinge.
Jesus sagt: Gott sieht nicht mit den Augen des Gesetzes, sondern er sieht mit den Augen der Liebe. Gott sieht in das Verborgene, er sieht das Herz an. Mit dieser Grundsatzthese geht er die großen Fragen des Glaubens an und kommt – bei Matthäus - auch zum Thema Gebet.
Der Text wurde vorhin bereits vorgelesen.
Und dort nun ganz versteckt in nur einem halben Vers – mein angekündigtes Schlüsselwort:
Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.
Ist das nicht der Wahnsinn?
Gott weiß es, bevor wir ihn bitten, bevor wir überhaupt das Gespräch mit ihm aufnehmen.
Er weiß,
- wie zerrissen wir in uns sind,
- wie wir unter Missachtung und Kränkungen leiden,
- er weiß, welchen Schmerz wir wegen Lieblosigkeiten aushalten müssen,
- welche Ängste uns im Nacken sitzen, den Schlaf rauben und durch unsere Träume geistern,
- welche Traurigkeiten uns die Kraft zum Atmen nehmen,
- unsere geheimsten Sehnsüchte genauso wie unsere innersten Beweggründe für unser Handeln, aber auch für unser Versagen, unsere Versäumnisse.
Das alles weiß er - wie gut!
All das, was ich gar nicht erklären kann, weil mir die Worte fehlen - und ich muss es auch nicht.
Wie viel Druck wurde mir damals genommen, als ich dieses Wort das erste Mal für mich wahrnahm: Ich muss mich nicht erklären, ich muss mich nicht verstellen oder gut darstellen, er weiß alles, bevor ich es ihm sage und -
er sieht mich mit den Augen der Liebe.
Unfassbar, oder? Welche Freiheit, welch unbeschreibbare Entlastung für Körper und Psyche. Weite und Stille! Wie eine Sommerbrise.
Aber -
Soll ich denn nun gar nicht mehr beten? Beten macht doch dann überhaupt keinen Sinn mehr, oder?
Oh doch! Aber nicht, weil Gott unsere Gebete braucht, um uns zu verstehen, er weiß ja bereits alles, sondern weil wir das Gespräch mit Gott brauchen.
Wieso?
Indem wir Gott erzählen, was uns bedrückt, wenn wir ihm unsere Sorgen klagen, treten wir mit ihm in Kontakt.
Wenn wir beten, auch dann, wenn wir es für andere tun, weil sie uns am Herzen liegen, dann teilen wir mit Gott unsere Herzensangelegenheiten.
Wenn wir ihm danken oder ihm ein Lied singen, weil wir überwältigt sind von seiner Schöpfung – vielleicht bei einem Sonnenuntergang am Meer oder wenn wir durch den Sommertau früh morgens gehen und die Sommerdüfte in uns aufnehmen können.
Wenn wir Gott unseren alltäglichen Kleinkram mitteilen und uns dann bewusst wird, wie Gott unser Leben gestaltet. In diesen Momenten kommen wir Gott ganz nahe. Wir vertrauen uns ihm an.
Wie ‚Händchen halten mit Gott‘. (Geste: betende Hände)
Und das ist das Elementare, das wir über Gott durch Jesus wissen:
Gott möchte nicht das unnahbare Wesen bleiben, dessen Name in der jüdischen Tradition nicht ausgesprochen werden darf. Gott möchte mit uns in einer Beziehung leben, er bietet uns das DU an im Sinne von Papa oder Vati.
Es mag mit euren Kindern vielleicht ähnlich gehen oder gegangen sein. Bei uns damals - es ist lange her - spielte sich jeden Abend folgendes ab:
Wenn meine Tochter ins Bett gebracht wurde - mit allem Zeremoniell und den gewohnten Ritualen - dann gehörte zum Schluss immer die Frage dazu:
„Mama, wie oft darf ich rufen?“ Sie meinte damit, wie oft sie noch aus ihrem Zimmer heraus rufen dürfe: „Mama, hast du mich lieb?“ Ich antwortete dann meistens: „Dreimal“ und so kam es dann auch. Sie rief nach nebenan durch die etwas geöffnete Tür: „Mama, hast du mich noch lieb?“ und ich musste immer wieder mit demselben Satz antworten: „Ja, immer und ewig und drei Tage!“
Ein Beispiel für unsere Beziehung zu Gott.
Insina wollte sich mit ihrer Frage - im Angesicht der bevorstehenden Nacht, der Dunkelheit und der empfundenen Distanz zu mir - vergewissern, dass ich noch da bin. Dass ich in ihrer Nähe bin, abrufbar ihr zur Seite stehe. Meine Antwort: „Ja, ich hab dich lieb, immer und ewig und drei Tage!“ gab ihr Sicherheit und Vertrauen.
Hätte ich meine Tochter weniger lieb gehabt oder weniger beschützt, wenn sie nicht gefragt hätte. Wohl kaum. Aber sie ist sich meiner sicherer geworden durch ihr Rufen.
Wenn ich mit Gott rede bin ich ihm nah und es kann Beziehung - Vertrauen - Liebe - entstehen.
Heute sagt diese Tochter manchmal am Telefon, wenn es mal wieder brennt und es das Leben wieder einmal an Dramaturgie nicht fehlen lässt: „Ich bet mir hier gerade wieder `nen Wolf.“ (Hat nichts mit Pastor Wolf zu tun ;) )
Sie meint: Ich liege Gott mal wieder mit meinen Sorgen in den Ohren. Und dann freue ich mich, nicht über ihr Problem, aber weil ich spüre, sie weiß, an wen sie sich wenden kann, auch oder besonders in der Not.
Ich leide dann natürlich mit, aber ich bin gleichzeitig unendlich dankbar, dass sie diesen Weg für sich hat. Es tut ihr gut, „sich `nen Wolf zu beten“, auch wenn Gott längst weiß, was in ihrem Herzen vorgeht.
Aber beim Formulieren werden ihr selber manche Vorgänge erst klar und rücken sich in ihrem Bewusstsein zurecht.
Beim Formulieren unserer Gebete klären und sortieren sich unsere Gedanken und wir können die Dinge besser beurteilen. Gleichzeitig machen wir unsere Sorgen zu Gottes Sorgen und entlasten uns dadurch. Und Gott hat die Chance uns zu sagen: „Ja, ich weiß, ich habe dich gehört, ich verstehe dich, vertrau mir, ich habe dich lieb.“
Wie oft hab ich „mir schon `nen Wolf gebetet“ um in dem Jargon zu bleiben.
Wie oft habe ich schon Nächte lang Gott „in den Ohren gelegen“? Und wer weiß, wie oft ich das noch in Zukunft tun werde. Aber es gibt auch die andere Erfahrung:
Ich bin im Laufe der Jahre beim Beten eher stiller geworden, manchmal schweige ich auch gern und lass mir etwas von Gott sagen.
Wie das geht?
Da hat Gott verschiedene Wege:
Manchmal schickt er einem einen Menschen in den Weg, der einem gut tut, oft liest man genau das, was man gerade braucht,
Bei mir bedient sich Gott meiner unendlich vielen Liedtexte, die ich in mir habe. Häufig summe ich unbewusst vor mich hin, bis ich irgendwann denke: Was singst du da eigentlich? Und dann – beim lauten, bewussten Singen - spüre ich: Ja, das ist es! Dieser Text, dieser Gedanke hilft mir jetzt. Danke Vater!
Aber vor allem habe ich mir abgewöhnt, Gott Lösungsvorschläge zu machen. Ich bete nicht mehr: „Lieber Gott, mach doch dies oder mach doch das!“ Wie vermessen wäre das. Gottes Handeln ist souverän. ER weiß, was ich brauche – was gut und richtig für mich ist – welcher Weg mich voranbringt.
Er berechnet die Route neu, wenn ich mich verrannt habe und er weiß sogar, wann und unter welchen Bedingungen mein Weg beendet sein wird. Er weiß es doch!
Beten ist keine Frage der Zeit,
keine Frage der Theologie,
keine Frage der Disziplin,
keine Frage der Glaubensstärke,
keine Frage der Vollmacht und des Könnens,
keine Frage der Überzeugung,
keine Frage der Quantität
sondern einzig und allein eine Frage der Liebe.

Und für die Liebe sollte man nicht Zeit ‚opfern‘, sondern Zeit vergeuden!
Geben wir uns doch die Chance auf Lebensqualität und vergeuden unsere Zeit – mit Gott.
Warum nicht gleich heute!
Es ist Sommer – Zeit für die Liebe – auch zu Gott.
Lasst uns doch einmal – vielleicht bei einem Sonnenaufgang – stille Momente wahrnehmen und hören!!!,
Oder gehen wir doch einmal ‚Händchen haltend‘ mit Gott ums Ottermeer.
Beschenken wir uns doch selber mit mehr ‚Quality-Time mit Gott‘!
Amen

Foto(c) M. Knoche 2018